Reiti erweitert sein Portfolio mit Einsatz in der BSB

Markus Reiterberger hat an diesem Wochenende beim Lauf der Bennetts Britischen Superbike Meisterschaft an der Seite von Peter Hickman im Smiths Racing Global Robots BMW Team sein Portfolio der Meisterschaften, an denen er bereits teilgenommen hat, erweitert. Das Angebot kam sehr kurzfristig während des 12 Stunden-Rennens in Estoril vor einer Woche und lange musste der 26-Jährige nicht überlegen, war seine Racing-Saison nach der Absage der Asia Road Racing Meisterschaft mit dem letzten Einsatz für das BMW Motorrad World Endurance Team beim 12-Stunden-Rennen in Portugal ja offiziell für dieses Jahr beendet.

Nach seiner Ankunft in Donington Park, Großbritannien, mit langjährigen Wegbegleitern von Alpha Racing, stellte sich für Reiti schnell heraus, dass es mit der BMW, die aufgrund der gültigen Regularien der Serie ohne Traktions- und Wheeliekontrolle gefahren wird, nicht wie gewohnt gehen würde. Viele Anpassungen wurden schon am Vorabend des ersten Trainingstages vorgenommen, nachdem bei einem Meeting bei Alpha Racing die dazugehörige Strategie für das Wochenende festgelegt wurde. Die Trainings am Freitag beendete Reiti dann auf Rang 17 und 18. Das erste Training fand noch im Trockenen statt. Die kühlen Temperaturen haben es allerdings nicht erleichtert. Viele Umbauten wurden an der BMW vorgenommen, darunter auch ein wagemutiges Set up für die Vorderhand des Motorrades. Während des Trainings tauchte ein technisches Problem auf und danach zeigte sich das Wetter von seiner typisch englischen Seite und blieb bis Sonntagmorgen ununterbrochen nass. Der Samstag bestand aus Warten. Die Qualifikationen wurden aufgrund der gefluteten Streckenabschnitte komplett abgesagt. Die Startaufstellung für die Rennen ergab sich aus den kombinierten Trainingszeiten vom Freitag. Am Samstag fand nur ein Warm up statt, welches Reiterberger auf Position 18 beendete.

Am Sonntagmorgen gab es ein erneutes Warm up. Die Änderungen am Samstag haben sich bezahlt gemacht. Reiti beendete dieses auf Position sieben - ein Lichtblick. Doch dann trocknete die Strecke ab und die Bedingungen änderten sich zwischen den Rennen erneut für den Bayer und sein englisches Team. In Rennen eins herrschten halb nasse und halb trockene Bedingungen und Reiti belegte den Platz 21. Rennen zwei beendete er in 14. Position und im dritten Rennen wurde er 18. Unter trockenen Bedingungen konnte Markus das Motorrad erstmalig sauber fahren und es besser kennen lernen. Es wurden noch ein paar Änderungen am Fahrwerk vorgenommen. Alles in allem hatte sich Reiterberger das Wochenende anders vorgestellt und sieht es als Erfahrung.

Markus Reiterberger:

„Das war wirklich ein sehr schwieriges Wochenende für mich. Mir war durchaus bewusst, dass sich das Bike anders anfühlen würde, aber mit so gravierenden Unterschieden hatte ich nicht gerechnet. Als die Streckenbedingungen noch gleich waren, konnten wir uns deutlich verbessern und das war schon ein befriedigendes Gefühl, aber dann haben sich die Bedingungen komplett geändert und wir haben quasi noch einmal ganz von vorn angefangen. Dafür hat die Zeit einfach nicht gereicht. Im Trockenen konnte ich dann endlich das Motorrad kennen lernen, aber das war einfach viel zu spät, denn das war erst ab Rennen zwei möglich, als es trocken wurde. Ich hatte schon keine Zeit, mich auf die Serie vorzubereiten. Ohne Erfahrungen in der BSB zu haben, ist das wirklich ein sehr hartes Pflaster. Man mag gar nicht glauben, wie anders sich das Motorrad mit dieser anderen Elektronik verhält. Die fehlende Traktions- und Wheelie-Kontrolle waren dabei gar nicht so das Problem. Das bekommt man schnell raus. Aber die Fahrbarkeit, Gasannahme und Leistungsentfaltung, etc. sind schier unkontrollierbar. Man braucht sicher viele Runden mehr, als ich hatte, um den Kniff heraus zu bekommen. Die Erfahrung hat mir aber einmal mehr gezeigt, dass man nicht einfach in irgend eine Serie gehen kann und denken darf, dass man dann vorn mitfährt. Das braucht seine Zeit und Eingewöhnung. Ich nehme das Wochenende einfach als Erfahrung mit und hoffe, dass es mir für die Zukunft wieder ein Stück weiter hilft.“

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