Magny-Cours. Die letzte Station der FIM Superstock 1000 Europameisterschaft. Im Vorfeld der Veranstaltung wurde öffentlich, dass der Veranstalter Dorna S.L. die Serie zum Saisonende einstellt. Markus Reiterberger sicherte sich somit im letzten Lauf der Rennserie einen Podestplatz und feiert, nach drei deutschen Meistertiteln, seinen vierten und gleichzeitig wertvollsten internationalen Meisterschaftserfolg.

FREE PRACTICE 1

Die Mannschaft um Markus Reiterberger hatte sich im Vorfeld des ersten Trainings intensiv mit dem nötigen Übersetzungsverhältnis für die Rennstrecke in Magny Cours auseinandergesetzt. Mit Erfolg. Mit einem Kompromiss zwischen Radstand, Handling und Übersetzung fuhr Reiterberger im ersten freien Training die Bestzeit und verdrängte seine beiden Titelkonkurrenten Tamburini und Scheib auf die Plätze zwei und sechs.

P1 Markus Reiterberger 1’40.758 min (-0,356)

FREE PRACTICE 2

Mit dem gebrauchten Reifensatz aus dem ersten Training und gestiegenen Streckentemperaturen behauptete sich Reiti bis kurz vor Ende der Session auf dem ersten Rang. Die Konkurrenz zog für die finale Zeitenjagd noch einmal neue Reifen auf und verdrängte Reiterberger auf den vierten Platz.

P4 Reiterberger 1’40.491 (+0.186)

FREE PRACTICE 3

Mit einer leichten Anpassung am Motorrad, die für mehr Hinterradgrip sorgte, hatte Markus Reiterberger im dritten freien Training wieder die Nase vorn. Ganz zufrieden war der Bayer aber noch nicht, da er trotzdem über zu viel Wheelspin klagte. Der Italiener Federico Sandi beendete die Session mit konstant schnellen Rundenzeiten knapp hinter Reiterberger. Titelkonkurrent Tamburini folgte auf P3, während Maximilian Scheib es nur auf die sechste Position schaffte.

P1 Reiterberger 1’39.715 (-0.062)

QUALIFYING PRACTICE

Die Ausgangsposition für das sonntägliche Rennen musste für Reiterberger gut sein, damit er nicht in riskante Zweikämpfe im oberen Mittelfeld involviert wird. Markus setzte sich im ersten Teil des Qualifyings mit knapp einer halben Sekunde Vorsprung an die Spitze des Feldes. Als er noch einmal neue Reifen aufziehen liess, verdrängte ihn Federico Sandi mit einer schnellen Runde auf die zweite Position. Mit frischen Reifen setzte Reiterberger noch einmal zum Angriff an, leistete sich allerdings einen Verbremser in seiner schnellsten Runde und verpasste somit die Pole Position um 13 Tausendstel Sekunden. Startplatz zwei für den Titelkandidaten aus Deutschland.

P2 Markus Reiterberger 1’38.889 min (+0,013)

RENNEN

Die Anspannung vor dem Rennen war bei jedem Teammitglied deutlich zu spüren. Beim Start ins Rennen hat sich Markus Reiterberger noch etwas zurück gehalten um die ersten Kurven heil zu überstehen und nicht versehentlich einen unverschuldeten Sturz zu riskieren. Er reihte sich hinter Sandi und Scheib auf der dritten Position ein. Scheib wurde bereits in der Anfangsphase auf P4 durchgereicht, während Reiti seinen Abstand zum Führenden verkürzen konnte. Zwischenzeitlich ging Alessandro Delbianco am Deutschen vorbei und verdrängte Reiti auf die dritte Position. In der fünften Rennrunde eroberte er sich den zweiten Platz zurück und konnte einen Sicherheitsabstand zur Konkurrenz erarbeiten. Mit großen Schritten verkürzte er den Abstand zum Führenden Federico Sandi, doch von hinten kam Roberto Tamburini angefahren, der Reiterberger noch zu einem Fehler zwingen wollte um seine eigenen Titelchancen zu wahren. In der vorletzten Runde ist es dann passiert – Reiterberger war etwas zu spät auf der Bremse und musste die Strecke verlassen, verlor seinen zweiten Platz an Roberto Tamburini und beendete anschliessend das Rennen auf dem dritten Rang. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung reichte aus um den ersten Rang der Gesamtwertung zu verteidigen.

Markus Reiterberger sichert sich im letzten Rennen der Saison den Titel in der FIM Superstock 1000 Europameisterschaft.

Über die Saison nahmen 33 Piloten an der Superstock 1000 Europameisterschaft teil. Reiterberger beendete die Saison mit 156 Punkten und 14 Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten Roberto Tamburini (BMW). Der 24-jährige Bayer stand in acht Rennen sechsmal auf dem Podium. Nur in Imola und Brünn verfehlte er das Treppchen. Vier Siege und fünf Pole Positions sind die glänzende Ausbeute des Bayern in der finalen Saison der FIM Superstock 1000 Europameisterschaft. Während der acht Rennveranstaltungen stellte Markus Reiterberger mit seiner BMW S1000 RR zwölf (!) neue Rekorde auf. Seine Dominanz wird auch in der Statistik der Führungsrunden deutlich. Der Bayer belegt Platz 1 mit 54 Führungsrunden vor Maximilian Scheib mit 24 Führungsrunden. Während der gesamten Saison verzeichnete die BMW S 1000 RR #28 keinen technischen Ausfall und sah immer die Zielflagge.

Es ist bereits der vierte internationaler Titel von Markus Reiterberger zusammen mit dem Team alpha Racing-Van Zon-BMW von Teamchef Werner Daemen. Seit 2012 verzeichnet das in Belgien stationierte Team den siebten internationalen Titel. Der Titel in der Markenmeisterschaft geht mit 185 Punkten an BMW Motorrad

Die Rekorde der Saison 2018 in der FIM Superstock 1000 Europameisterschaft.

Markus Reiterberger | Team alpha Racing-Van Zon-BMW

 

STK1000 Misano (ITA)- New Race Fastest Lap Record 1’36.474

STK1000 Misano (ITA)- New Pole Record 1’36.122

STK1000 Misano (ITA) – New Circuit Record 1’36.075

STK1000 Brünn (CZ)- New Pole Record 2’00.855

STK1000 Brünn (CZ) – New Circuit Record 2’00.855

STK1000 Donington Park (UK) – New Pole Record 1’29.089

STK1000 Donington Park (UK) – New Circuit Record 1’29.089

STK1000 Donington (UK) – New Race Fastest Lap Record 1’29.209

STK1000 Assen (NL) – New Pole Record 1’36.456

STK1000 Assen (NL)- New Circuit Record 1’36.431

STK1000 Assen (NL)- New Race Fastest Lap Record 1’36.594

STK1000 Aragon (ESP) – New Race Fastest Lap Record 1’52.188

Besser hätte man es nicht planen können. Fast gleichzeitig überquerten Markus Reiterberger in der Superstock 1000 und Ilya Mikhalchik in der IDM Superbike die Ziellinie als Champion der jeweiligen Meisterschaften. Die alpha Racing-Van Zon-BMW Teamkollegen trennten 3,517 SEKUNDEN von einem zeitgleichen Titelgewinn auf internationaler Ebene. Das hatte es in der bisherigen Geschichte noch nicht gegeben. Ein Team, zwei Fahrer in internationalen Meisterschaftsprädikaten, die mit einem Abstand von wenigen Sekunden den Meistertitel sichern.

 

STK1000 Zielflagge

Markus Reiterberger 12:05’40.017 CET in Magny Cours (FRA).

IDM Superbike Zielflagge

Ilya Mikhalchik 12:05´43.534 CET in Hockenheim (D).

Markus Reiterberger

„Wir sind Europameister. Nach drei deutschen Meistertiteln haben wir endlich noch einen oben drauf gepackt. Ich war vor dem Rennen angespannter als zuvor. Ich habe mir vorgenommen sicher zu fahren und nichts zu riskieren. Aber in der Technik steckt man nicht drin. Mein Mechaniker Wolfgang und mein Vater Tom haben jede Schraube kontrolliert und mein Dateningenieur Dirk hat alles doppelt geprüft. Mein Team hat alles gegeben, damit ich 100% auf der Strecke geben kann. Beim Start habe ich mich etwas zurückhalten und habe gegen Rennmitte etwas Abstand zu meinen Verfolgern aufgebaut. Die haben es sich ganz schön gegeben und ich wollte nicht das Risiko eingehen, dass ich da noch in einen Zwischenfall verwickelt werde. Ich hab das Gefühl gehabt, dass ich das Rennen gewinnen kann. Tamburini kam dann noch dazu und hat mich unter Druck gesetzt. Das war seine Taktik. Kurz vor Ende des Rennens war ich einen Tick zu spät auf der Bremse und musste aufrichten und über die Streckenbegrenzung fahren. Das ärgert mich im Nachhinein ein bisschen. Mit etwas Risiko hätte ich die Kurve geschafft, aber ich wollte sicher ins Ziel kommen und die Meisterschaft einfahren. Ich hab im Training schon mal den Notausgang ausprobiert – also ist da alles gut gegangen. Aber ich bin ehrlich – ich hätte das Rennen gerne gewonnen.

Ich bin stolz auf das was wir gemeinsam geschafft haben. Nicht jeder darf sich Europameister nennen. Ich muss und will allen Leuten danken, die immer hinter mir gestanden haben. Mein Team hat eine Wahnsinns-Arbeit gemacht und ein perfektes Motorrad hingestellt. Ohne die Unterstützung von BMW Motorrad hätten wir nie so weit kommen können. Alle Sponsoren haben einen riesen Anteil an dem Erfolg. Vor allem muss ich aber meiner Familie, meinen Freunden und allen Fans danken, die immer an mich geglaubt haben. Ich bin gespannt was die Zukunft bringen wird – ich will natürlich in die Weltmeisterschaft und jeder im Team hätte es sich mehr als verdient.“

Werner Daemen | Team Principal

„Ich bin sprachlos. Was meine Mannschaft in diesem Jahr gezeigt hat ist unglaublich. Es war kein einfacher Weg, aber zusammen mit unseren Partnern haben wir unglaubliches geleistet. Wir sind mit unserer IDM Crew in die Superstock 1000 Meisterschaft aufgestiegen und haben den Titel geholt. In unserer ersten Saison. Markus hat in einem sehr starken Feld eine sehr gute Leistung gebracht und unser Team hat dafür das perfekte Paket bereitgestellt. Der Meistertitel ist für uns etwas ganz besonderes und zeigt, wozu wir im Stande sind. In der IDM sind wir mit einer komplett neuen Mannschaft angetreten und haben auch dort den Titel geholt. Besser geht es nicht.“