Die WorldSBK und die Superstock 1000 Europameisterschaft legten nach sechs Jahren Pause wieder einen Stopp auf dem Autodrom Brünn in Tschechien ein. Der alpha Racing-Van Zon-BMW Pilot Markus Reiterberger ging mit hohen Erwartungen in das fünfte Rennen der Saison. Markus Reiterbergers letztes Gastspiel in Brünn im Jahr 2012, damals als 17-jähriger in der gleichen Klasse, endete mit seinem damalig besten Saisonergebnis auf Platz vier.

Freies Training 

Die Witterungsbedingungen zum Auftakt waren weniger erfreulich. Reiterberger und sein Teamkollege Jan Bühn fanden eine nasse Strecke vor, die erst zum Ende der Session leicht abtrocknete. Reiterberger, der sich im Regen kontinuierlich steigern konnte, beendete die Session auf dem achten Rang.

P8 Markus Reiterberger 2´14.553 min (+2.989)

Das zweite freie Training am Freitag wurde dann bei optimalen Bedingungen gestartet. Reiti fühlte sich auf seiner S 1000 RR von Beginn an wohl und setzte die erste Bestzeit mit 2´04.094 min. Im Laufe des Trainings legte er erst mit einer 2´01.8 nach, bevor er sich noch einmal um knapp zwei Zehntel steigern konnte. In allen Sektoren dominierte der 24-jährige Obinger, der auf seinen ärgsten Verfolger Roberto Tamburini ganze 1,2 Sekunden Abstand aufbauen konnte. Den Streckenrekord aus dem Jahr 2009 brach er mit dieser Rundenzeit ebenfalls.

FP1+2 kombiniertes Ergebnis

P1 Reiterberger 2´01.670 min (-1.17)

Am Samstagvormittag, im dritten freien Training, änderte sich an den Platzierungen des alpha Racing-Van Zon-Piloten nichts. Reiterberger setzte mit einer erneuten Zeitenverbesserung auf 2’01.037 min (-0,274 Sec) die Bestzeit im Klassement. Er lieferte im letzten Test vor dem Qualifying konstant schnelle Rundenzeiten ab – ein gutes Zeichen für die deutsch/belgische Mannschaft.

Qualifying

Mit leichter Verspätung, aufgrund einer Zeitplanverschiebung, gingen die STK1000 Piloten ins 30-minütige Qualifying. Den Einstand nach Maß fand Reiterberger mit seiner ersten fliegenden Runde: eine 2´01.000 min markierte den Auftakt in ein perfektes Qualifying. Nach vier Runden ging er zurück an die Box und mit einer Fahrwerksanpassung begann der Angriff auf die eigene Bestzeit – 10 Minuten vor Ende der Session. In seiner insgesamt siebten Runde unterbot er seine Bestzeit erneut und durchbrach als Einziger die Schallmauer von 2:01 min. Am Ende stand eine 2´00.855 min, mit einem Abstand von 0,5 Sekunden zum zweitplatzierten Maximilian Scheib (Aprilia), auf dem Zeitenblatt. Somit stellte Reiti auch einen neuen Pole Rekord für die STK1000 Klasse auf.

Rennen

Nach sehr guter Vorbereitung für das Trocken-Setting der BMW S 1000 RR über das gesamte Wochenende, sollte der Regengott für das anstehende Rennen noch ein Ass im Ärmel behalten. Reiterberger fuhr noch mit Trockenreifen in die Startaufstellung, aber die Strecke war zu diesem Zeitpunkt schon zur Hälfte verregnet. Direkt in der Startaufstellung wurden in kürzester Zeit die notwendigen Anpassungen für ein Wet-Race vorgenommen. Reiterberger startete von der Pole Position und behauptete die Führung nur kurz. In der zweiten Kurve musste er einen heftigen Rutscher abfangen, was ihn auf die zweite Position, hinter dem Regenspezialisten Scheib (Aprilia), versetze.

Reiti lieferte konstante Rundenzeit ab, musste aber auch Florian Marino auf Yamaha ziehen lassen. Gegen Rennmitte steigerte Reiterberger seine Rundenzeiten und hielt den Abstand nach vorne konstant. Ab der sechsten Runde bekam er immer mehr Probleme, sodass auch Delbianco (BMW) am 24-jährigen Obinger vorbei ziehen konnte. Schliesslich hielt er die Rundenzeiten aufrecht und verwaltete den vierten Rang sicher über die Ziellinie.

Reiterberger zeigte sich mit dem Rennergebnis dennoch zufrieden und sammelte 13 wichtige Punkte für die Meisterschaftstabelle. Er behält nun mit 99 Punkten die Führung und hat einen Vorsprung von 9 Punkten auf den direkten Verfolger Maximilian Scheib, und 15 Punkte auf den bisher ärgsten Verfolger Roberto Tamburini.

In der FIM Superstock 1000 Europameisterschaft stehen noch drei Rennen auf dem Plan. Die nächste Runde findet vom  6. bis 8. Juli im italienischen Misano statt.

Markus Reiterberger | P4

„Im Trockenen war es ein echt gutes Wochenende und P4 im Rennen geht für mich in Ordnung. Wir haben die Punkte auf den bisher ärgsten Konkurrenten Roberto Tamburini ausgebaut, zu Max Scheib aber verringert. Bei den nächsten Rennen sind wir wieder vorne dabei. Wir wissen jetzt aber auch, wie wir das Motorrad im Regen besser für mich abstimmen können. Ich glaube, ich war während des Rennens am Limit unterwegs und bin überzeugt, dass wir einen Step in der Abstimmung finden können, damit ich auch im Regen um den Sieg kämpfen kann. Grundsätzlich bin ich mit dem Wochenende zufrieden, obwohl wir leider nicht ganz für unsere Arbeit belohnt wurden. Ganz besonders hat mich gefreut, dass so viele Fans angereist sind – das hat mir nochmal einen richtigen Schub gegeben.“

 

Werner Daemen | Team principal alpha Racing-Van Zon-BMW

„Wir können mit den Ergebnissen vom Wochenende in Brünn zufrieden sein. Markus hat über alle Trainings gute Rundenzeiten geliefert und im sich Qualifying mit P1 sehr gut geschlagen. Er ist mit seinem Streckenrekord von 2´00.855 min auf einem Superstock Motorrad eine sehr schnelle Zeit im Qualifying gefahren und wir waren fürs Rennen zuversichtlich. Der Regen kurz vor dem Start hat uns dann aber doch überrascht. Markus hat unter diesen Bedingungen einen guten Job gemacht und wichtige Punkte geholt. Jetzt liegen drei wichtige Rennen in der Serie vor uns, in denen wir weiter konzentriert arbeiten werden.“