Zurück in der IDM mit einem klaren Ziel – sich durch Leistung ein weiteres Mal für höhere Aufgaben beweisen. Ein Neuanfang nach der durchwachsenen zweiten Saisonhälfte in der WorldSBK für den 23-jährigen Obinger. Markus Reiterberger wirkte sichtbar gelöst, als er sich in der Van Zon-Remeha-BMW Teamkleidung durch das Fahrerlager der IDM auf dem Nürburgring bewegte. Zusammen mit Teamchef Werner Daemen und dem Team Van Zon- Remeha-BMW beginnt der Neustart auf gewohnter Bühne – der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft. Alles auf Null – heißt die Devise. Keine Sonderbehandlung für den WM-Rückkehrer, trotz hoher Erwartungen. Leistung zählt! Und dem ist sich Reiti bewusst.

Freies Training

Das erste freie Training zum IDM Auftakt auf dem Nürburgring markierte auch die erste Sitzprobe auf der IDM S 1000 RR Einsatzmaschine mit der Startnummer 21. Die Wirbelverletzungen nach seinem Sturz in Misano 2016 sind zwar verheilt, aber die betroffene Muskulatur und das Gewebe verursachen noch Schmerzen.

In den drei freien Trainings nutzte Markus die Zeit, um sich mit dem IDM Superbike 2017 vertraut zu machen. Das neue technische Reglement für die Klasse IDM Superbike 1000 lässt im Vergleich zum 2015er Regelwerk weniger Freiraum für Fahrer und Team. Vor allem die elektronischen Möglichkeiten wurden eingeschränkt und die Motorleistung wurde die der käuflichen Serienmaschine angenähert.
Mit einer Rundenzeit von 1 ́26.462 min erreichte Markus die Tagesbestzeit, vor seinem Teamkollegen Danny de Boer. Er konnte sich von Session zu Session steigern und schnell wieder Vertrauen in die BMW S 1000 RR fassen. Die Eingewöhnung der Reiterberger Crew mit Mechaniker Wolfgang Kampe, Vater Thomas Reiterberger, Dateningenieur Dirk Linnebacher, sowie Fahrwerkstechniker Matthias Greiff und Reifenspezialist Peter Beicht war bereits am ersten Einsatztag der neuen IDM Saison geglückt.

Qualifying

Die gute Teamleistung konnte auch am Samstag unter Beweis gestellt werden. Markus dominierte beide Qualifyings und mit einer Bestzeit von 1 ́24.734 war er fast so schnell wie mit seinem 2015er IDM Superbike Motorrad. Aus Sicht des Van Zon-Remeha-BMW Teams ein besonders erfolgreicher Tag. Hinter Markus Reiterberger auf der Pole Position folgten die Teamkollegen Danny de Boer auf Platz 2 und Jan Bühn auf dem dritten Startplatz. Der erst 17-jährige Nachwuchsfahrer Arnaud Friedrich überraschte mit Platz 12 im Qualifying.

Rennen 1

Markus erwischte bei trockenen Streckenbedingungen einen sehr guten Start ins erste Rennen und konnte bereits in der ersten Runde einen bemerkenswerten Vorsprung von 1,5 Sekunden herausfahren. Die schwarzen Wolken über der Eifel waren aber nicht zum Spaß gekommen und ein starker Regenschauer zwang die Verantwortlichen zu einem Rennabbruch in der dritten Runde. Reiterberger, nach eigener Aussage nicht als Regenspezialist bekannt, konnte sich hinter seinem Teamkollegen Danny de Boer und vor den beiden Yamaha Fahrern Florian Alt und Bastien Mackels platzieren. In der 12. Runde konnte Florian Alt an Reiti vorbeigehen und verdrängte den Obinger auf den dritten Platz. Auf der Start- und Ziel Geraden zu Beginn der letzten Runde, konnte Markus dann sowohl an Alt und De Boer vorbeigehen und bewahrte die Chancen auf den Rennsieg. In der Schikane im letzten Viertel der Strecke war Markus allerdings mit abgefahrenen Regenreifen auf fast

trockener Strecke ein wenig zu vorsichtig auf der Bremse und sein Teamkollege Danny De Boer nutzte die Chance um auf der Innenbahn vorbei zu gehen. Markus belegte somit bei schwierigen Streckenbedingungen den hervorragenden zweiten Platz hinter seinem niederländischen Teamkollegen.

Rennen 2

Typisch für den Nürburgring und die Eifel-Region – vom Regenschauer war keine Spur mehr und das IDM Superbike 1000 Feld startete auf trockener Strecke ins zweite Rennen des Wochenendes. Reiterberger ließ keine Zweifel aufkommen und setzte sich vom Start weg mit etwas über einer Sekunde Vorsprung pro Runde ab. Wie ein Uhrwerk lieferte er 1 ́25er und 1 ́26er Rundenzeiten ab und gewann das Rennen mit 25,257 Sekunden Vorsprung vor seinem direkten Verfolger und Teamkollegen Jan Bühn. Der erste Sieg in der neuen IDM Saison für Markus Reiterberger.

Zitat Markus Reiterberger:

„Ich bin mit dem ersten IDM Lauf sehr zufrieden. Wir haben bewiesen, dass ich schnell sein und mich auf der BMW wieder wohl fühlen kann. Ich muss mich bei allen bedanken, die mir den Schritt in „mein“ Team Van Zon-Remeha-BMW ermöglicht haben und hinter mir stehen. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber mit diesem Auftakt bin ich Happy. Im ersten Rennen hab ich leider durch ein zu sicheres Bremsmanöver die Tür für Danny de Boer aufgemacht, bin aber auch mit dem zweiten Platz bei diesen Bedingungen sehr zufrieden. Wir waren schnell unterwegs und ich hatte ein gutes Gefühl für das Motorrad – auch im Nassen. Das gibt Selbstvertrauen. Bei den trockenen Verhältnissen vor dem zweiten Rennen wusste ich: Das kann mein Rennen sein. Ich konnte mich schnell absetzen und habe meine Pace gehalten. Mit 25 Sekunden Abstand zu gewinnen ist großartig. Das Rennwochenende war Balsam für die Seele. Tausend Dank an mein Team für die Leistung am Wochenende und natürlich an alle, die auch in den letzten Monaten hinter mir gestanden haben!“

Markus Reiterberger belegt nach dem ersten Rennwochenende den 1. Gesamtrang mit 45 Meisterschaftspunkten. Das nächste IDM Rennen findet vom 7.-9. Juli im belgischen Zolder statt – das Heimrennen des Teams Van Zon-Remeha-BMW.
Die Pause verkürzt sich Markus Reiterberger bereits am kommenden Wochenende mit einem Start in der Langstrecken Weltmeisterschaft (EWC) für das polnische Team LRP Racing Team Poland. Zusammen mit Teamkollege Danny de Boer und Lukas Trautmann nimmt er am 8h Rennen in der Magdeburger Börde teil.

 

Bilder vom IDM Rennwochenende am Nürburgring finden Sie in der Galerie.